Wie sie zu einem besseren Entscheider werden und warum es sich lohnt

Wir alle machen es jeden Tag. Schätzungsweise 20.000 Mal (Quelle). Entscheiden/Entscheidungen treffen.

Entscheidungen bestimmen unser ganzes Leben, privat wie beruflich. Dabei trägt jede Entscheidung den Keim für Veränderung in sich. Doch so richtungsweisend Entscheidungen auch sind – große wie kleine –

so leicht ist es auch sich in ihnen zu verlieren. Emotionen, Zweifel, Ungewissheit sind häufige Begleiter beim Entscheiden. Wie so oft im Leben beginnt Verbesserung auch hier mit der Entwicklung eines Bewusstseins für das Thema – in unserem Fall: Entscheidungen.

Warum wir ein klares Verständnis von Entscheidungen brauchen

Wer besser versteht was Entscheidungen eigentlich sind übernimmt Verantwortung für seinen Erfolg –oder Misserfolg/seinen Lauf der Dinge.

Wer ein klares Verständnis darüber entwickeln kann, aus welchen Elementen sich Entscheidungen zusammensetzen, kann seine Art zu Entscheiden gezielt verbessern. Schritt für Schritt. Entscheidung für Entscheidung. Egal ob allein oder im Team, egal ob im privaten oder beruflichen Umfeld.

Dieser Blog-Artikel widmet sich deshalb genau diesen grundlegenden Fragen. Er dient darüber hinaus als Basis für zukünftige, noch tiefergehende Artikel

Entscheidungen – ein Paradoxon

Aus meiner Sicht sind Entscheidungen in unserer Gesellschaft in gewisser Weise ein Paradoxon. Und zwar ausfolgendem Grund.

  • Wir treffenden den ganzen Tag Entscheidungen
  • Entscheidungen bestimmen unser ganzes Leben
  • Wir beschäftigen bestenfalls am Rande mit Entscheidungen oder auf eine stark verzerrte Weise

Ich entsinne mich zwar an viele spannende oder auch langweilige Fächer und Kurse in der Schule und Universität – aber Entscheidungen kam nahezu nie in deren Titel vor. Dabei sagte Albert Camus bereits vor Jahrzehnten einmal:

Life is the sum of all our choices!

Und wenn ein Nobelpreisträger der Literatur das sagt, kann man ruhig mal hinhören – sollte man einen. Weit gefehlt.

Aber was sind Entscheidungen denn nun?

Was die Schule mir nicht zu vermitteln vermochte tat in meinem Falle eben das Leben – in Form von Poker. (Nun schauen sie nicht so ungläubig. Lesen Sie einfach weiter – die Sache erklärt sich gleich)

In diesem Spiel geht es nur um Entscheidungen. Die eine Entscheidung ist noch nicht getroffen, da steht die nächste bereits in der Warteschlage. Entschieden werden muss schnell und der nachfolgenden Entscheidungen ist es egal, ob man aufgrund eines Fehlers noch in Selbstmitleid schwelgt. Sie will schlichtweg nur eines: getroffen werden. Und wenn ich es nicht tue – dann halt ein anderer. Im Zweifelsfall der Zufall. (In der Businesswelt eben die Konkurrenz.)

Dabei lernt man schnell, dass es im watzlawikschen Sinne neben der Nicht-Kommunikation auch keine Nicht-Entscheidung gibt.  (Es gibt nur gute Entscheidungen, schlechte Entscheidungen und Entscheidungen eine Entscheidung zu verschieben (bewusst oder unbewusst).

Basierend auf meinen Erfahrungen im professionellen Pokerspiel hat sich für mich ein Verständnis von Entscheidungen ergeben, dass mir seither im privaten wie auch im beruflichen treue Dienste erwiesen hat.

Eine Entscheidung ist…endlich eine Definition

„Die Verteilung von begrenzten Ressourcen unter Risiko und Ungewissheit.“

Ich halte diese Definition deshalb für brauchbar, dass sie die uns umgebende Realität – so verschieden sie für jeden einzelnen auch sein mag – doch im Wesentlichen abbildet. Und umso präziser Abstraktionen – und nichts anderes ist eine Definition nun einmal –  die Realität abbilden können, umso brauchbare sind sie.

Wir alle haben nur begrenzte Ressource. Zeit, Geld, Energy, Fokus, Vertrauen usw. Gleiches zählt natürlich auch für Teams und Unternehmen. Kundenzufriedenheit, …Beispiele hat man sprichwörtlich nie genug.

Gleichzeitig sind die Informationen immer unvollständig, d.h.  sind wir ständig mit Risiko und Ungewissheit konfrontiert. Wir wissen nur bedingt, was passieren kann und noch seltener wie wahrscheinlich es ist.

Dies abzuschätzen bildet den Kern des Entscheidens und entschieden werden – das sollte mittlerweile –

werden muss in letzter Instanz immer.

Die vollständige Formel

Wenn man zum Thema Entscheidungen googelt, liest oder Kollegen und Freunde fragt, reduzieren sich die Antworten oft auf nur einen Aspekt und selten auf die Gesamtheit des Phänomens Entscheidung.

Diese begrenzte Vorstellung führt zu einem beschränkten Fokus und einer entsprechend mäßigen Entscheidungsperformance.

Wenn ich Entscheidungen als eine Formel ausdrücken müsste sähe diese wie folgt aus:

Mindset + Methode + Zufall = Ergebnisse

Wer also zu einem besseren Entscheider werden will, der hat zwei Baustellen: das Mindset und die Methode.

Für mich bilde das Mindset – also was wir denken und glauben – die Basis für egal welche Methode.

Methoden gibt es bekanntlich viele – für jede erdenkliche Situation eine andere, von einfach bis komplex, von theoretisch bis praktisch.

Aber sie sind eben nur so gut wie man sie auch anzuwenden und mit entsprechendem Input (Daten, Annahmen, Schlussfolgerungen usw.) zu füttern weiß.

Ansonsten kann man sich unter Verwendung jedweder Methode das vorliegende Entscheidungsproblem so zurechtbiegen und interpretieren, dass jede noch so absurde Entscheidung plausibel klingt.

Wem es aber gelingt eigene Denkmuster reflektieren, zu hinterfragen und insbesondere durch Feedback anderer zu korrigieren, entwickeln und verbessern, dessen Chance zu einem besseren Entscheider zu werden, steigen erheblich.

Darauf aufbauend, ergibt auch die Entwicklung der eigenen Methoden-Kompetenz mehr Sinn und ist gleichzeitig auch erheblich erfolgversprechender.

Und zu guter Letzt bleibt noch das, was ich in Artikeln, Berichte und insbesondere Erfolgsstories oft so kläglich vermisse: den Zufall.

Das Element Zufall im Kontext von Entscheidungen anzuerkennen und akzeptieren soll und darf hierbei keineswegs als Entschuldigung oder Ausrede dienen. Vielmehr ist es – eng verknüpft mit dem Mindset – etwas das im Rahmen von Entscheidungen einen Einfluss hat und daher der Vollständigkeit halber berücksichtigt werden sollte.

Der zentrale Unterschied zwischen Zufall und Mindset bzw. Methode ist augenscheinlich die Nicht-Beeinflussbarkeit.

Wenn man also diese Elemente – Mindset und Methode aber auch den Zufall als Element der Entscheidungs-Gleichung begreift, dann ergeben sich Resultate auch nicht mehr als etwas so scheinbar allein im Raum Stehendes.

Vielmehr erscheinen Ergebnisse als logische Konsequenz der Kombination von Mindset und Methode und Zufall.

Nach diesem Verständnis wird das Mindset in erster und die Methode in zweiter Instanz zum Objekt der Begierde. Beides kann durch gezielte Intervention verbessert werden kann.

Damit wissen wir jetzt wie wir die von Albert Camus angesprochene Summe erhöhen können. Sofern man das will. Und das muss letztlich jeder selbst entscheiden 😉

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